Sie sind hier: Startseite / Projekte / KinderKulturPass 2019 / KinderKulturPass 2013

Der Kinder Kultur Pass in der DRK Kita Weltweit

Der Kinder Kultur Pass ist ein durch Lichtpunkte* gefördertes Programm.

Als Familienzentrum  möchten wir unsere Eltern und Kinder auf die kulturelle Vielfalt, die Fülle der Bildungseinrichtungen und Freizeitangebote ihrer „Heimatstadt“ aufmerksam machen.

Durch die finanzielle Unterstützung unserer Projektpartner – RWE – und die deutsche Kinder und Jugendstiftung  konnten wir eine zusätzliche Fachkraft  finanzieren, die diese Kultur- und Bildungsangebote gemeinsam mit den Familien organisiert und durchführt. Der gemeinsame Weg, die Stärkung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern durch die im Folgenden  genannten Projekte sind ein weiteres wichtiges  Ziel.

Auftaktveranstaltung und Ausflug ins Naturkunde-Museum im Februar

Unser erster Ausflug im Rahmen des Projekts Kinder Kultur Pass zur Ausstellung „Experimentarium Akustik“ hat bereits großen Anklang gefunden: aufgrund der hohen Nachfrage machten sich gleich zwei Gruppen mit insgesamt 35 Eltern und 40 Kindern am 23. und 24. Februar auf den Weg ins Naturkunde-Museum, um an der Führung durch die interaktive Ausstellung teilzunehmen. Anschließend konnten sich Eltern und Kinder mit eigenen Händen an den Bau eines eigenen Instruments  machen.

Am Donnerstag fand zunächst die Auftaktveranstaltung im frisch renovierten Foyer des Familienzentrums statt, zu der Pressevertreter, Eltern und Mitarbeiter eingeladen waren. Bei dieser Gelegenheit wurde das gesamte Projekt mit seinen einzelnen Stationen noch einmal kurz vorgestellt: das Naturkundemuseum; die Führung durch den Tierpark Olderdissen; die Kunsthalle; der Besuch der Katakomben und die Turmbesteigung der Sparrenburg, die Führung durch die neue Stadtbibliothek und die abschließende Wanderung mit Picknick am Obersee.

Dann war es Zeit aufzubrechen, und wir machten uns per pedes und mit der Bahn auf den Weg ins ‚namu’. Bereits unsere kleine ‚Reise’ dorthin bot Gelegenheit, untereinander ins Gespräch zu kommen und über das, was uns erwarten würde, zu rätseln: den Ausflug in die Welt der Töne, Klänge und Geräusche.

Unsere Führung begann im Raum mit den einzelnen Experimentierstationen wie zum Beispiel das Glasharmonium, Rauschrohr, Echo-Schlauch oder Groß-Tamburin, wo alle Anwesenden ihre eigenen Erfahrungen mit dem, was die Ohren überhaupt erst zum Hören anregt, machen konnten ? Besonderen Anklang fand neben dem Räderspielwerk, wo eigene Musikstücke improvisiert werden konnten, vor allem der voluminöse Zeltbass, in den sogar zwei Kinder hineinpassten, um dem Klang von innen zu lauschen, während andere von außen die Saiten zupften oder auf andere Art versuchten, dem Holzkörper Töne zu entlocken.

Anschließend ging es in den Werkraum zum Basteln, wo Eltern und Kinder gemeinsam unter der Anleitung einer Museumspädagogin ihren eigenen Bummbass bauten, den sie nach vollbrachter Arbeit  - Sägen, Hämmern, Bemalen ... - mit nach Hause nehmen konnten.

Die Gruppe, die am nächsten Tag kam, baute dann zur Abwechslung eine Klangtrommel. Auch das geschah mit viel Engagement und Freude daran, einen eigenen Klangkörper herzustellen. Eltern und Kinder staunten über die eigenen handwerklichen Fähigkeiten und waren stolz auf das gemeinsam gebaute Instrument. Wer nach der Arbeit in der Werkstatt noch Zeit hatte ging mit großen Augen durch die Dauerausstellung des Museums im 1. Stock. Einige Eltern interessierten sich besonders für das Osterferienprogramm und die Möglichkeit Kindergeburtstage im Museum zu feiern.

* Lichtpunkte ist ein gemeinsames Programm der RWE Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

„Leonardo da Vinci – Bewegende Erfindungen“ – Ausflug am 15. Februar 2013

„Es gibt immer eine andere Möglichkeit!“ (Leonardo da Vinci 1452-1519, Künstler, Erfinder, Forscher) –

Diese Erfahrung machen auch wir, gerade angekommen im Foyer des Historischen Museums:

der geplante Rundgang ‚Wir machen Musik’ mit anschließender Bastelaktion findet nicht statt; stattdessen überrascht uns Museumspädagoge Godejohann mit dem Programm ‚Bauen wie Leonardo’ und möchte uns zu den Wurzeln der Technik am Beginn der Neuzeit führen, die Museumswerkstatt ist bereits für Bohren, Schleifen, Hämmern vorbereitet – jedes Kind soll am Ende seinen selbstgebauten Holzkran mit nach Hause nehmen können. Kurzes Stirnrunzeln, ob das für unsere 4-6 Jährigen funktionieren wird... dann folgen wir ihm einfach, durch die ehemaligen Fabrikhallen der alten Ravensberger Spinnerei, in der Zeugnisse der traditionellen regionalen Industrie zu sehen sind, in die Räume der Sonderausstellung ‚Bewegende Erfindungen’, die quer durch Europa wandert. Wir nähern uns neugierig den Objekten zum Drehen, Kurbeln, Sehen und Hören: Anfassen zum ‚Begreifen’ ist hier ausdrücklich erwünscht. Die Kinder haben Spaß daran, Steinschleuder, Schubkurbel, Spiegelkabinett, Kornmühle und Luftschraube – ein Vorgänger des modernen Hubschraubers! – auszuprobieren. Herr Godejohann erzählt, der soziale Appell sei eine wichtige Triebfeder für Leonardos Forschung gewesen; er wollte durch geschickte Technik Arbeitsabläufe erleichtern, Verletzungsgefahren mindern und die Lebensumstände der Bevölkerung verbessern. Über 90 Modelle stehen vor uns, gebaut nach Leonardos Entwürfen von Studierenden des Ingenieurstudiengangs Produktentwicklung Mechatronik an der FH Bielefeld.

Jetzt machen wir uns konkret an die Arbeit: Holz, Schrauben, Haken, Schnur, Gewinde liegen bereit, Scheren, Schmirgelpapier, Schraubenzieher wechseln flink die kleinen und großen Hände... Mit einem fertigen Modell vor Augen entstehen in der nächsten Stunde 13 Zugkräne, Herr Godejohann und die Mütter helfen kräftig mit, und am Schluss sind alle stolz wie Bolle auf ihren eigenen Kran.

Bauernhaus-Museum „Waldwichtelwerkstatt“ – Ausflug am 21. März 2013

Wer kennt sie nicht, die kleinen Bewohner des Waldes mit den Zipfelmützen? Aber hat man sie jemals gesehen? Ins Museum sind sie gekommen, weil ihnen etwas Schlimmes passiert ist und sie Schutz suchen – am besten in Kinderhänden, die wissen besser als Erwachsene, was den kleinen Wesen hilft ...

Frau Bechauf empfängt uns im Kinderhaus auf dem Museumsgelände, nachdem wir auf dem Weg dahin schon eine kleine Wanderung durch den für die Jahreszeit unwirklich verschneiten Wald hinter uns haben. Der städtische Alltag liegt hinter uns, wir treten in eine andere Welt ein ... Frau Bechauf beginnt leise die Geschichte von den armen Wichteln zu erzählen, die Gesicht und Stimme verloren haben und zu einem Stück Holz erstarrt sind – und einer steht auf dem Tisch direkt vor uns als Zeuge der Ereignisse: den Wichteln wurden ihre Mützen gestohlen, damit haben sie ihr Erkennungs-merkmal für die Tiere des Waldes verloren, deren Schutzgeister sie sind. Jetzt holt Frau Bechauf den Korb hervor, wohin sich die übrigen Wichtel geflüchtet haben und bittet die Kinder, darauf zu achten, was den leblos hölzernen Wesen fehlt: na klar, sie brauchen ihr Gesicht und ihre Mütze zurück, damit sie wieder sprechen und helfen können! Alle schnappen sich Pinsel und Farbe, sogar Flachs, geerntet im hauseigenen Bauerngarten liegt bereit, um den Wichteln Haare und Bart zurück zu geben, und mit jedem Handgriff und Pinselstrich wird aus einem Stück Holz wieder ein lebendiger Wichtel. Fehlen nur noch die Zipfelmützen, die müssen irgendwo auf dem Gelände versteckt sein, und schon machen wir uns draußen auf die Suche, dann hinein in die Deele vorbei an der Feuer-stelle, hinaus zum Backhaus mit seinem riesigen Backofen, rund um die Windmühle herum – endlich hat jeder seine Mütze wieder, und zum Dank geht mit jedem Kind ein Wichtel nach Hause.

Hier endet unsere kleine Zeitreise, ein Ausflug in die Vergangenheit des bäuerlichen Lebens ebenso wie ein Hineinschnuppern in die mystische Fabelwelt der Teutoburger Waldlandschaft.

Ausflug in die neu eröffnete Stadtbibliothek am Neumarkt am 12. April 2013

Die neue Stadtbibliothek ist in weniger als 10 min Fußweg von unserer Kita aus erreichbar und ungefähr doppelt so groß wie die alte Bibliothek zwischen Herforder Straße und Wilhelmstraße.

Die Mitarbeiterinnen Frau Pagenberg und Frau Debrow zeigen uns als erstes die farbenfroh gestaltete Kinderbibliothek im Erdgeschoss, die eine stetig wachsende internationale Abteilung hat, leicht erkennbar durch eine schöne Fotoserie mit Kinderportraits, die wie ein ‚Bildband’ über den Regalen verlaufen. Wer gerne Geschichten hört, ist eingeladen zu „Hör mal zu und bastel mit – önce dinle sonra kes yapistir“ in deutscher und türkischer Sprache, jeden Mittwoch um 17:00 Uhr.

Das Sortiment richtet sich an Kinder bis 12 Jahre, ist übersichtlich nach Altersgruppen gegliedert und umfasst allein in der Kinderbibliothek 29.890 Medien, darunter Bilderbücher für die Kleinsten, Hörbücher, Musik-CD’s, Zeitschriften. In diversen Sitzecken können sich Lesehungrige nach Belieben in Märchen, Geschichten, Sachbüchern ,satt’-lesen. Eine große Auswahl für Jugendliche, genannt „Teen-Bib“, befindet sich im Obergeschoss.

Anschließend findet die Begrüßung im angrenzenden ‚Kinderzimmer’ statt, wo gleich die Vorlese- und Bastelzeit für die Kleinen beginnen wird. Auf einer Decke in der Mitte liegen schon Kinderbücher in verschiedenen Sprachen ausgebreitet.

Wir Erwachsenen lassen uns währenddessen die verschiedenen Abteilungen und Arbeitsmöglichkeiten in der Bibliothek erklären. Insbesondere die Abteilungen ‚Job und Karriere’, die fremdsprachige Bibliothek, in der auch viele Lehrbücher zum Thema ‚Deutsch als Fremdsprache’ zu finden sind, die Reise- und Länderkundebibliothek findet großen Anklang. Musik- und Kunstinteressierte sind wiederum erstaunt über die große Notenbibliothek und die Möglichkeit, in der Artothek ‚Kunst im Rahmen’ zum Aufhängen für Zuhause ausleihen zu können.

Im lichtdurchfluteten Obergeschoss finden wir schöne Sitzmöglichkeiten zum Lesen und  für Gespräche, außerdem gibt es internet-Arbeitsplätze und Lernräume.

Der Verein Spielwiese e.V. hat dort eine Zweigstelle eröffnet, die am Samstag von 11-13.45 Uhr geöffnet ist und wo Kinder- und Familienspiele ausgeliehen werden können und weitere Informationen zum Thema Spiel + Freizeit zur Verfügung stehen. Außerdem werden wir noch auf das Literaturcafé, das am 1. Juni eröffnet wird, hingewiesen.

Schließlich treffen wir uns wieder mit den Kindern und ihren Begleitern, die nach dem Vorlesen in der BUCHfinkenwerkstatt Vögel zum Mitnehmen gebastelt haben. Bevor wir uns auf den Heimweg machen, entscheiden sich bereits viele der Eltern, für sich und ihre Kinder einen Ausweis ausstellen zu lassen.

Wer Lust hat, an weiteren Veranstaltungen teilzunehmen, findet hier weitere Tipps für die nächste Zeit:

Veranstaltungen: „Lesefrühling 2012“ - Literaturtage für Kinder und immer wieder samstags „Geschichtenzeit“ und Bücherspaß

Der „Lesefrühling“ bietet vom 17. April bis 8. Mai Autorenlesungen aus den neuesten Büchern für Kinder im Alter von 4-12 Jahren, u.a.:

Fr. 20.4., 16:00 Uhr „Theo und der Fußballzirkus“ (ab 6 Jahren), Do. 25.4., 16:00 Uhr „Warum das Meer blau ist“ (ab 4 Jahren), Do 26.4., 16:00 Uhr „Schutzengel haben’s nicht leicht“ (ab 4 Jahren), Sa. 5.5., 16:00 Uhr „Kinderlieder zum Einsteigen und Abfahren – Kinderkonzert zum Mitmachen“ (ab 4 Jahren); Eintrittspreis: 1.- Euro für alle Menschen, egal wie alt sie sind.

Die „Geschichtenzeit“ richtet sich an Kinder von 3-6 Jahren und wird von einem Team freiwilliger Vorlesepaten getragen. Zeit: jeden Samstag von 11:30 - ca. 12:00 Uhr. Zur Erinnerung bekommen die Kinder einen Lese-Pass, und nach fünfmal Dabeisein gibt’s ein Pixi-Buch geschenkt.

Der „Bücherspaß“ findet jeweils Freitag, den 27. April, 11. und  25. Mai, 15. und 22. Juni statt und richtet sich mit Vorlesen und Basteln an 3-6 Jährige. Beitrag: 2.- € pro Kind.

Ermäßigter Jahresausweis für Erwachsene 12.- Euro pro Jahr, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre umsonst.

Öffnungszeiten:

Montag: 14:00 - 18:00 Uhr Dienstag bis Freitag: 11:00 - 18:00 Uhr Samstag: 11:00 - 14:00 Uhr Telefon: 0521 51-5000

www.stadtbibliothek-bielefeld.de

www.spielwiese-bielefeld.de

Der Instrumententag – Ausflug am 13. April 2013 in die Musik- und Kunstschule Bielefeld

Die Bielefelder Musik- und Kunstschule ist die grösste Schule ihrer Art in Deutschland. Wir haben  sie bereits gesehen auf unserem Ausflug hinauf zur Sparrenburg, das Zentralgebäude liegt direkt unterhalb der Burgmauern, Unterricht findet allerdings auch in vielen anderen Stadtteilen statt. In der "muku" gibt es über 100 Angebote und Möglichkeiten: der Bogen spannt sich von Musik, Fotografie, digitale Medien, Malerei bis zu Tanz und Kostümschneiderei. 

Einmal im Jahr findet der kostenlose Instrumententag statt, und an diesem Samstag vormittag machen wir uns mit unserer Kinder Kultur Pass Gruppe auf den Weg dorthin: heute sieht es nach dem bisherigen Teilnehmer-Rekord aus: 15 Eltern und 21 Kinder. Uns interessieren vor allem die Kurse der Grundstufe, in denen durch gemeinschaftliches Singen, Bewegung und Spiele eine Beziehung zur Musik und vor allem Freude daran vermittelt wird. Als wir die Unterrichtsräume der Schule betreten, erwarten uns vielfältige musikalische Anregungen und Lernimpulse: hier können Kinder die Welt der Musik entdecken und unter Anleitung experimentierfreudig in die Tasten und Saiten greifen.

Frank Oberschelp, stellvertretender Direktor der ‚MuKu’: „Der Instrumententag ist aus der musikalischen Früherziehung heraus geboren und dient der Anbahnung von Möglichkeiten, nach den Sommerferien mit einem Instrument zu beginnen. Die bekanntesten 20 Instrumente für Orchester werden vorgestellt, das Programm bietet Möglichkeiten zum Zuhören, Anfassen, Ausprobieren für die Kinder sowie Informationen für die Eltern über Elementarunterricht und Orientierungskurse.“

Petra Schlegel, Leiterin unserer Kita, freut sich über das Ergebnis: „Kurze Zeit nach dem Instrumententag waren neun Kinder von ihren Eltern angemeldet für den Instrumentenunterricht, der nach den Sommerferien beginnt. Unsere Kinder haben viele Instrumente ausprobiert, u.a. Klavier, Schlagzeug, Blech- und Holzblasinstrumente, Geige und Gitarre, die von Schülern und Lehrenden vorge-spielt und kommentiert wurden. Der Kontakt zwischen den Eltern entwickelt sich von Mal zu Mal weiter, wozu auch Gelegenheiten wie das abschliessende Eisessen auf der Sparrenburg beitragen.“

Ausflug mit der Zoo-Schule Grünfuchs in den Heimat-Tierpark Olderdissen, 29. April 2013

„Wo sich Fuchs und Igel gute Nacht sagen“ - Respekt vor der Natur und ihren Lebewesen

Unsere Eltern sammeln ihre Kinder ein, die gleich nach der Ankunft zum Kinderspielplatz gesaust sind, der mit seinen Kletterbäumen, Schaukeln und Rutschen sehr einladend ist... und schon geht es los unter der Führung von Frau Varchmin, Biologin der Zooschule, Richtung Vogelgehege, Fischotterteich und Bärenwiese. „Die Tiere im Zoo sollen stellvertretend für ihre wilden Artgenossen auf deren Wert und Schutzwürdigkeit aufmerksam machen“, erklärt sie, „90 Tierarten sind in Olderdissen zu beobachten.“ Hier sehen viele Kinder ihr erstes Wald- und Wildtier live. Dass die 16 Hektar (1 Hektar = ungefähr 1 Fußballfeld!) große Anlage mit ihren Teichen, Wiesen und Wäldern anscheinend nicht nur die Menschen anzieht, beweisen die Tiere, die sich freiwillig in der Nähe ihrer Artgenossen angesiedelt haben, zum Beispiel eine Kolonie wilder Reiher, die gerade über unseren Köpfen Nester bauen oder ihre Jungvögel füttern. Es gibt auch eine Art ‚Krankenhaus’ für verletzte Wildvögel wie Bussarde oder Eulen, die dort gesund gepflegt und später wieder in die freie Natur entlassen werden. Und für die Erhaltung selten gewordener Tierarten wie Uhu und Wolf ist die Aufzuchtstation im Tierpark zuständig.

Wir müssen lachen, als wir an dem Schild „Achtung! Freilaufende Alpenmurmeltiere!” vorbeikommen, von denen sich gerade keines blicken lässt, während Frau Varchmin uns darauf aufmerksam macht, dass jede Tierart spezielles Futter braucht, um gesund zu bleiben, zum Beispiel: Mäuse für Greifvögel, Füchse oder Iltisse, Küken und Hühner für Wildkatzen, Atlantik-Fische für Fischotter, Obst und Gemüse für Murmeltiere und Rehe, die wir gerade eben füttern durften. Die von Kindern jedes Jahr gesammelten und gespendeten Kastanien und Eicheln mögen die Tiere ebenfalls gern. Wir dagegen, leicht durchgefroren vom Aprilwetter, freuen uns jetzt lieber auf was Süßes und was Warmes zu Trinken im Meierhof. Tier ist Tier und Mensch bleibt Mensch.

„Viele freche Früchtchen – gezählt – gereimt – gegessen.“ – Ausflug am 14. Mai 2013 in die Sonderausstellung „Exotische Früchte von den Märkten der Welt“ im Naturkundemuseum

Das Naturkundemuseum ist bei den Teilnehmern des Kinder Kultur Passes ein beliebtes Ziel geworden, es ist bereits die dritte Sonderausstellung, die wir zusammen besuchen. Frau Mallwitz-Jander, die Museumspädagogin, zeigt uns zu Beginn der Führung eine der über 100 präsentierten Fruchtarten, die uns alle in Staunen versetzt: es ist der Samen einer seltenen Palme, der bis zu sieben Jahre zur Reifung braucht, 25 Kilo schwer werden kann und nur noch auf den Seychellen wächst - sozusagen der Elefant im ‚Zoo’ der Früchte. Zusammen mit den Redakteuren von ‚Westfalen-Blatt’ und der ‚Neuen Westfälischen’, die unsere Gruppe heute durch die Ausstellung begleiten, werfen wir einen Blick auf die Forschungs-, Rätsel- und Kreativstationen zum ‚Lernen mit Kopf, Herz und Hand’, entsprechend dem Leitbild des namu. Dann dürfen wir in einen großen, farbenprächtigen Früchtekorb greifen, und ein heiteres ‚Früchte-Rätseln’ beginnt. Einige exotische Früchte wie Granatäpfel, Mangos und Kiwis kennen wir schon vom Wochenmarkt in unserem Viertel, der immer samstags am Neumarkt neben der Stadtbibliothek stattfindet. Andere wie Kumquat, Grenadilla, Drachenfrucht, Baumtomate oder die Durian-Frucht aus Borneo, Lieblingsfrucht des Orang-Utan, der als Nachbildung ebenfalls im Museum ausgestellt ist, sehen viele von uns das erste Mal. Im Werkraum des Museums fangen wir an, die Früchte zu probieren, eigentlich ist ein Obstsalat geplant, aber die meisten Obststückchen schaffen den Weg bis zur Schüssel nicht, sondern verschwinden schon vorher in einem Kindermund, auch wir Erwachsenen naschen kräftig mit.

Am Ende wissen wir mehr über den Wachstumsprozess von der Blüte bis zur reifen Frucht und haben das ABC von einheimischen und exotischen Früchten durch Angucken, Anfassen, Riechen und vor allem Schmecken gelernt, denn Probieren geht über Studieren!

„Bärenstarke Geschichten 1“: Ausflug zu den Dagmar Selje Puppenspielen am 14. Mai 2013

Die Bielefelder Puppenspiele sind schon seit vielen Jahren weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Dagmar Selje, die heutige Leiterin, erlernte das Handwerk schon als Kind von ihrem Vater und stand mit 11 Jahren das erste Mal auf der Bühne. Seit 1995, nach dem Tod des Vaters, führt sie die Familientradition des Figurentheaters weiter. – Die Vorfreude der Kinder ist spürbar, als wir uns auf den Weg dorthin machen, viele haben schon ihr Lieblingskuscheltier unterm Arm, denn nach der Vorführung werden die Kinder eingeladen sein, die Seiten zu wechseln und selbst auf die Bühne zu gehen. Wir betreten das Innere des Theaters, die Lichter im Zuschauerraum verlöschen, und die neugierige Spannung der jungen Zuschauer beginnt im Raum zu schweben ...                                     

Auf der Bühne steht ein großer alter Koffer voller Teddys. Sobald die Erzählerin den Deckel aufklappt, ist auch schon „der Bär los“: Teddy Brumm ist von zu Hause ausgerissen, Lila Lilly hat Streit mit Pinki Panki, und Paul will unbedingt sein Lieblingslied vorsingen, hat aber Lampenfieber ... Mit diesen und anderen Teddys hat die Erzählerin alle Hände voll zu tun, bis sie am Ende den Deckel wieder zuklappt. - Im Anschluss an das Stück, das großen Beifall findet, können die Kinder unter Anleitung der Puppenspielerin ihre eigenen Tiere noch einmal mit den Teddys Stachelbär, Blaubär, Mondbär und all den anderen spielen, sprechen und Verbindung aufnehmen lassen.                                                   

Das Puppenspiel hat auch im Multimedia-Zeitalter seine archaische und poetische Kraft bewahrt.   Mit einfachen Mitteln entsteht magische Erzählkunst. Alle Grundthemen des Lebens schwingen im Geschichtenerzählen mit: Entzweiung und Versöhnung, Nähe und Distanz, Missverständnisse und Gefahren überwinden wie Teddy Brumm: „Große Angst bringt großen Mut, platsch! ging’s in die große Flut.“ - „Kinder zeigen direkt, ob die Inszenierung gelungen ist oder nicht. Während des Spiels entsteht eine Beziehung, die die Kinder über ihr Lachen, ihre Zurufe selbst mit aufbauen“, sagt Dagmar Tank, Puppenspielerin seit 15 Jahren. „Wir lassen uns auf das langsame Spiel in Echtzeit ein, auch auf die Gefahr hin, dass es den medienverwöhnten unter den Kindern zu langweilig wird.“

„Visionen – Atmosphären der Veränderung“ – Ausflug ins MARTa Herford am 5. Juli 2013

 

Kurz vor den Toren von Bielefeld steht einer der innovativsten Museumsbauten weltweit - nur 10 Minuten Zugfahrt und 5 Minuten vom Bahnhof zu Fuß, schon nähern wir uns der bewegten, fließenden Architektur des Amerikaners Frank Gehry, an sich bereits ein Kunstwerk. Wir staunen ‚Bauklötze’, bevor wir die aktuelle Ausstellung betreten haben... Wieso heißt das MARTa Museum dann Marta? Im Namen steckt ART für Kunst, flankiert von M für Museum und ‚a’ wie Architektur. Museumspädagoge Jan Welz erklärt erst mal den Titel für Kinderohren: „Eine Vision geht in die Zukunft, als Traum oder Wunsch, ein Mensch mit einer Vision sieht etwas, das noch nicht sichtbar ist, verändert seinen Blickwinkel.“ Dazu haben wir gleich Gelegenheit bei der Wandmalerei „Vision of a corner“: Vor unseren Augen scheint sich die Ecke im Raum zu bewegen, Kanten kippen, Formen und Farben schmiegen sich an Wände und Durchgänge. Im großen Saal lassen wir unserem Traum vom Fliegen freien Lauf mit dem schwebenden Luftschiff Papaver. „Die Flugobjekte dieses Künstlers können mit Absicht nicht fliegen, sie müssen nicht funktionieren, es ist nur ein Experiment“, sagt Herr Wels, drückt uns Luftpolster in die Hand, wir schliessen die Augen, und schon geht es auf einen kurzen Flug unter seiner Reiseleitung. Jetzt sind Erfindungsgeist und Phantasie geweckt, Eltern und Kinder machen sich im Atelier an die Arbeit. Aus Rycyclingmaterialien, u.a. das Luftpolster, das wir eben in Händen hatten, entstehen ‚fliegende’ Unikate in allen Formen und Farben. Als ein Kind fragt: „Ist das gut?“, antwortet Herr Wels: „Gut oder schlecht gibt’s hier nicht. Was Kunst kann, ist, was man selbst draus macht.“ – MARTa als Labor mit Bildungsauftrag, als Schnittstelle zwischen Kunstwerken und Menschen? Anders sein wollen viele, MARTa Herford ist anders, steht nicht nur im Prospekt – wir haben es selbst erlebt! Mit nach Hause begleitet uns außer unseren frischgebastelten Flugobjekten auch ein vom Museum gestifteter Familien-Jahrespass, der beim Kita-Sommerfest verlost werden wird.